Lettinis · Amore per Gusto Rezepte
Zucchine alla Poverella, goldbraun gebratene Zucchinischeiben mit Minze und Knoblauch
Foto aus „Amore per Puglia“ · Stefania Lettini
Apulien · Contorno

Zucchine alla Poverella

Ein bäuerliches Rezept aus der warmen Jahreszeit. Reife Zucchini, gutes Olivenöl, ein Hauch Knoblauch, ein Spritzer Essig — und die Frische der Minze.

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Apulien
Woher es kommt

Apulien — der Absatz des Stiefels, und unsere Heimat. Sechzig Millionen Olivenbäume stehen hier, mehr als in jeder anderen Region — die Coratina liefert ein Öl, das scharf im Hals kratzt. Dazu Hartweizen für Orecchiette, Cime di Rapa, Burrata aus Andria und die Focaccia von Bari. Fleisch spielt kaum eine Rolle; die apulische Küche ist von Haus aus fast vegetarisch.

Das Kochbuch „Amore per Puglia“ von Stefania Lettini Alle Rezepte im Buch Amore per Puglia — Apuliens Küche genießen und entdecken Dieses Rezept steht auf Seite 120. Buch ansehen →

Zucchine alla Poverella — wie in Apulien

4 Personen

Zutaten

  • 800 g kleine Zucchini
  • 2 Knoblauchzehen
  • Olivenöl extra vergine nach Belieben
  • Salz nach Belieben
  • 2–3 EL Weißweinessig
  • frische Minzblätter nach Belieben

Die verlinkten Zutaten führen wir im Laden.

Kochutensilien

  • Weite Pfanne
  • Küchenpapier
  • Flache Schale zum Marinieren

Zeit

Zubereitung
ca. 25 Min.
Ruhezeit
1 Std.

Zubereitung

  1. Die Zucchini waschen, Enden abschneiden und in dünne Scheiben schneiden. Die Scheiben auf einem mit einem sauberen Küchentuch ausgelegten Blech oder Tablett ausbreiten und ca. 60 Minuten antrocknen lassen.
  2. Das Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und die in Scheiben geschnittenen Knoblauchzehen darin braten. Die Zucchinischeiben zugeben und bei niedriger Hitze ca. 12–15 Minuten langsam goldbraun rösten, dabei gelegentlich wenden. Herausholen und auf Küchenpapier trocknen lassen.
  3. Die Zucchinischeiben mit etwas Salz abschmecken, und mit 2–3 EL Weißweinessig marinieren. Zum Schluss großzügig mit frischer Minze bestreuen und lauwarm oder bei Zimmertemperatur servieren. s e l iina !
Stefania Lettini, Inhaberin von Lettinis
Stefanias Tipp

Die Zucchine alla Poverella passen perfekt zu gegrilltem Brot, Focaccia, frischem Ricotta oder als Antipasto auf einer gemischten Tafel.

Zucchine alla Poverella — die Zutaten und das fertige Gericht, fotografiert für „Amore per Puglia“
Aus unserer Rezeptreihe zu „Amore per Puglia“.
Warenkunde

Woher die Zucchine alla Poverella kommen

Alla poverella heißt „nach Art der armen Frau" — und beschreibt genau, was das Gericht ist: Zucchini, Öl, Knoblauch, Essig, Minze. Fünf Dinge, von denen vier in jedem apulischen Haushalt standen. Dieselbe Zubereitung gibt es auch mit Auberginen und mit Paprika.

Warum die Zucchini erst trocknen müssen

Das ist der entscheidende Handgriff und steht schon in der Beschreibung. Zucchini bestehen zu über 90 Prozent aus Wasser. Kommen sie feucht ins heiße Öl, kühlt das austretende Wasser die Pfanne ab, die Scheiben kochen im eigenen Saft und werden schlaff und grau. Trocken getupft bräunen sie stattdessen: Die Maillard-Reaktion braucht Temperaturen über 140 Grad, und die erreicht eine nasse Oberfläche nie.

Wer Zeit hat, salzt sie vorher und lässt sie zwanzig Minuten Wasser ziehen — dann werden sie noch goldener.

Warum der Essig nach dem Braten kommt

Er wird über die noch heißen Scheiben gegeben. Die warmen Zellen nehmen ihn auf, und ein Teil der Säure verdampft sofort, sodass nur das Aroma bleibt. Kalt mariniert schmeckt derselbe Essig deutlich schärfer und dringt kaum ein.

Warum Minze und nicht Basilikum

Basilikum wäre die naheliegende Wahl und wäre falsch. Minze bringt Menthol, das kühlend wirkt und die Fettigkeit des Gebratenen bricht — genau das, was Zucchini aus der Ölpfanne brauchen. In der apulischen Küche ist Minze eine Alltagswürze, keine Dessertzutat: Sie steht auch in den Polpette di Pane und in vielen Auberginengerichten.

Die drei Zutaten, auf die es ankommt

Kleine Zucchini
Je kleiner, desto weniger Kerne und desto fester das Fleisch. Große Zucchini sind wässrig und werden beim Braten matschig.
Weißweinessig
Zwei bis drei Esslöffel über die heißen Scheiben. Er ist die Säure, die das Gericht zusammenhält.
Frische Minze
Gezupft, nicht geschnitten. Sie kommt ganz zum Schluss auf die abgekühlten Zucchini.

Sie schmecken lauwarm am besten und am nächsten Tag noch besser. Zu gegrilltem Brot, zu Ricotta oder als Teil einer Antipasto-Tafel.

Fragen zu Zucchine alla Poverella

Warum muss ich die Zucchini vorher trocknen?

Weil nasse Zucchini im Öl kochen statt zu braten. Das austretende Wasser kühlt die Pfanne unter die Temperatur, bei der Bräunung überhaupt beginnt — die Scheiben werden schlaff und grau statt goldbraun.

Soll ich sie vorher salzen?

Wenn du Zeit hast, ja. Zwanzig Minuten gesalzen ziehen lassen, dann abtupfen — sie werden goldener und saugen weniger Öl. Zwingend ist es nicht, gutes Abtrocknen genügt.

Warum kommt der Essig auf die heißen Zucchini?

Weil die warmen Zellen ihn aufnehmen und ein Teil der Säure sofort verdampft. Übrig bleibt das Aroma. Kalt mariniert schmeckt derselbe Essig schärfer und dringt kaum ein.

Warum Minze und nicht Basilikum?

Minze wirkt kühlend und bricht die Fettigkeit des Gebratenen. In Apulien ist sie eine Alltagswürze — sie steht auch in den Polpette di Pane und in vielen Auberginengerichten. Basilikum wäre zu süß.

Geht das auch mit Auberginen?

Ja, melanzane alla poverella ist dasselbe Gericht mit Auberginen und mindestens ebenso verbreitet. Auch mit Paprika funktioniert es. Auberginen saugen mehr Öl — hier lohnt das Vorsalzen besonders.

Wie lange halten sie sich?

Drei Tage im Kühlschrank, mit Öl bedeckt. Sie werden dabei besser, weil Essig und Minze durchziehen. Vor dem Servieren auf Zimmertemperatur bringen.

Dafür brauchst du

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